At 7:13 Uhr läutet da Wecker, und des Erste, wosd spürst, is … dass da Nasen g’frirt. Du ziagst an Arm aus da Decken, bereust’s sofort und schnappst da dein Handy, um am Thermostat z’checken. 19 °C, genau wie’s jahrelang in olle „Best-Practice“-Ratgeber g’standen is. Und trotzdem klappern da d’Zähn.
Du zögerst: a Spur aufdrahn – oder „vernünftig“ sein und bei da berühmten 19-Grad-Regel bleib’n? Unter da Dusch beschlagt da Dampf den Spiegel, und du denkst unweigerlich an die Gasrechnung, die am Monatsende wartet.
Da alte Rat fühlt sich auf einmal nimma passend fürs echte Leben an.
Expert:innen ändern grad leise ihren Ton.
Die 19-Grad-Regel: a Mythos, der nimma zu unserm Leben passt
Jahrelang is 19 °C wie a Zauberzahl wiederholt word’n: guat fürs Klima, guat fürs Börserl, guat für die G’sundheit. Die Zahl is von Energieagenturen, aus Kampagnen, aus TV-Spots mit lächelnden Familien im Wollpulli kemma. Die Botschaft war simpel: unter 19 bist a Held:in, über 19 bist verantwortungslos.
Nur: Des echte Leben is ka Plakatkampagne. Wohnungen san net alle gleich – und Körper a net. A ältere Person in ana schlecht gedämmten Wohnung spürt 19 °C ganz anders als a sportlicher 25-Jähriger in am Neubau.
Die Einheitsregel is an ihre Grenzen g’stoßen.
In Frankreich und in ganz Europa fang’n Fachleut aus Bauphysik und G’sundheit an, den alten Slogan zu relativiern. Mehrere aktuelle Empfehlungen laufen auf a flexibleres Band hinaus: 19–21 °C im Wohnbereich und 17–19 °C im Schlafzimmer, mit kleinen Abweichungen je nach Alter, Dämmung und gesundheitlicher Situation.
A Forscher für Innenraumklima hat’s in am Radiointerview so z’sammg’fasst: „Wir ham im Namen von Sparsamkeit Unbehagen produziert – und die Leit ham dann eh still und heimlich wieder aufdraht.“ Energieanbieter sehn’s in de Daten: Die tatsächlichen Durchschnittstemperaturen in Haushalten liegen oft näher bei 20,5–21 °C als bei 19.
Die Leit ham die Regel eh scho verlassen – sie ham sich halt schuldig g’fühlt dabei.
Warum der Umschwung? Erster Grund: Des Klima spielt mehr verrückt – mit plötzlichen Kälteeinbrüchen und feuchter Luft, die durch schlecht gedämmte Wänd reingeht. Dein Körper reagiert auf trockene 19 °C anders als auf feuchte 19 °C. Zweiter Grund: Wir arbeiten öfter von daheim, sitzen mehr, bewegen uns weniger am Tag.
Wennst den ganzen Tag vor’m Bildschirm pickst, steigt die Schwelle fürs Wohlfühlen. Des beobachten Arbeitsmediziner:innen. Dazu kommt mentale Belastung und Müdigkeit: Wennst eh scho am Limit bist, den ganzen Tag zu frösteln, nur um a halbes Grad zu sparen, is doppelt zach.
Komfort is ka Luxus – des is a Gesundheitsfaktor.
Der neue Expert:innen-Rat: Zieltemperatur – aber vor allem a g’scheite Strategie
Welche Temperatur empfehlen Expert:innen jetzt? Der neue Konsens schaut so aus: rund 20 °C in Wohnräumen anpeilen, mit a Toleranzbereich von 19 bis 21 °C – je nach Person und Wohnung. Im Schlafzimmer bleibt’s „ideal“ eher niedriger, so um die 18 °C.
Der echte Gamechanger is net die Zahl am Raderl, sondern wie du’s über’n Tag steuerst: in da Nacht und wennst weg bist a bissl runter (ca. 2 °C weniger), und dann beim Heimkommen schnell, aber kontrolliert wieder rauf. Moderne Heizkessel und Wärmepumpen san für so an Rhythmus ausg’legt.
A stabile, realistische Einstellung spart mehr als a superniedrige Temperatur, die eh kana durchhalt.
Wir kennan’s alle: Du kummst ham in a eiskalte Wohnung, weilst „brav“ viel zu weit runterg’dreht host … und dann aus Frust auf 23 °C aufreißt. Des Temperatur-Jo-Jo kostet mehr als a ruhige 20 °C von der Früh bis am Abend.
Energieingenieur:innen nennan des den Rebound-Effekt: Je mehr ma Leit in extreme Sparsamkeit drängt, desto mehr kompensieren’s, sobald’s unangenehm wird. A bissl wie a strenge Diät, die in am nächtlichen Kühlschrank-Überfall endet.
Seien ma ehrlich: Des macht kana wirklich jeden Tag konsequent.
In der Praxis seh’n Installateur:innen schon a Verhaltensänderung: Kund:innen fragen weniger „Wie komm i auf 19 °C?“ und mehr „Wie hab i’s warm, ohne dass die Rechnung explodiert?“ Sie probieren Zonen: 20,5 °C im Wohnzimmer, 18,5 °C im Schlafzimmer, 17 °C in selten genutzten Räumen mit zua Tür. Sie testen: an ruhigen Tagen um 1 °C runter, bei Kältewellen wieder um 0,5 °C rauf.
Des Feintuning – fast wie beim Kochen – empfehlen Expert:innen heut. A Spezialist für Energiesparen hat g’sagt, er sieht lieber stabile, bewusst eingestellte 20,5 °C in an halbwegs gscheit gedämmten Haushalt als theoretische 19 °C, die dann in jeder Kammer mit Elektroheizer auf Vollgas enden.
Der echte Fortschritt is net im Kalten leiden, sondern verstehn, wie deine Wohnung reagiert – und dich danach richten.
So heizt ma „wie a Profi“, ohne dass des Leben zur Excel-Tabelle wird
Die einfachste Methode is a Reset in drei Schritten. Erstens: Such da a realistische Wohlfühltemperatur für den Wohnbereich aus – für die meisten is des um die 20 °C. Lass die drei volle Tage so, ohne dauernd am Raderl z’drehn. Beobacht nur, wie’s dir geht.
Zweitens: Dann stell um a halbes Grad je nach Situation nach: Kinder, ältere Angehörige oder wer im Homeoffice Vollzeit sitzt, landen oft eher im oberen Bereich (20,5–21 °C). Sehr guat gedämmte Wohnungen können bei 19,5–20 °C bleiben und trotzdem gemütlich sein.
Drittens: Programmiere in der Nacht und wennst außer Haus bist a Absenkung um 1,5–2 °C. Dort verstecken sich die echten Einsparungen.
A der schwersten Teile is, die alte Schuld abzustreifen: Du musst net frieren, um „tugendhaft“ zu sein. Die echte Falle san chaotische Gewohnheiten: die ganze Wohnung für zwoa Personen durchheizen, Heizkörper in ungenutzten Räumen aufdreht lassen, Konvektion blockieren, weil a Sofa direkt vor’m Heizkörper steht.
A häufiger Fehler: nur auf die Zahl am Thermostat schau’n statt auf’s Gefühl. An manchen Tagen sind 20 °C mit trockener Luft perfekt, an andern fühlt sich 20 °C mit Feuchtigkeit an wie a zugiger Keller. An solchen Tagen bringt a Entfeuchter oder kurzes Stoßlüften oft mehr als +1 °C.
Komfort is die Summe aus vielen kleinen Handgriffen – net nur a Zahl.
„Hörts auf, euch an die 19 °C zu klammern, als wär’s a moralische Pflicht“, sagt a Innenraumklima-Spezialist. „Die richtige Temperatur is die, die Komfort, G’sundheit und Energieverbrauch in eurer Wohnung ins Gleichgewicht bringt. Für viele Haushalte heißt des heut: näher bei 20 °C als bei 19 °C.“
- Im Wohnbereich lieber um die 20 °C anpeilen statt starr 19 °C.
- Schlafzimmer kühler halten (ca. 18 °C) – fürs bessere Schlafen und zum Sparen.
- In der Nacht und bei Abwesenheit um 1,5–2 °C absenken.
- Türen zu wenig genutzten Räumen schließen, damit ma ka „leeres Volumen“ mitheizt.
- Prüfen, ob Heizkörper und Lüftungen net hinter Möbeln oder schweren Vorhängen versteckt san.
- Kleine Änderungen (± 0,5 °C) über mehrere Tage testen statt an einem Abend gleich 3 °C zu springen.
Jenseits von Zahlen: auf den Körper, die Wohnung und die Rechnung hören
Wennst aufhörst, dich an der 19-Grad-Regel festzubeißen, passiert was Interessantes: Du fangst wieder an, hinzuschauen. Du merkst, wie viel schneller’s Wohnzimmer warm wird, wenn die Rolläden um 17 Uhr runter san. Du checkst, dass dünnes Baumwollg’wand daheim im Jänner so is, als würdest ohne Schirm rausgeh’n und dann über’n Regen schimpfen.
Du siehst auch: Komfort is was Gemeinsames. Der Teenager, der stundenlang bewegungslos am Sofa hängt, hat andere Bedürfnisse als der Elternteil, der in der warmen Küche kocht. A gemeinsame Temperatur auszuhandeln wird zu a bissl Haus-Diplomatie – statt zum Energiekrieg.
Die neue Botschaft der Expert:innen is weniger dogmatisch und erwachsener: einstellen, testen, dahoam drüber reden, Rechnungen anschauen, auf den Schlaf achten, auf Erkältungen, drauf schauen, wie oft du am Raderl drehst. Irgendwo zwischen 19 °C und 21 °C wartet dein echter Wohlfühlpunkt.
Die 19-Grad-Regel hat ihre Zeit g’habt. Heut is die richtige Temperatur a Bereich, a Balance – und a Gespräch.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für dich |
|---|---|---|
| Neuer Komfortbereich | Ca. 20 °C in Wohnräumen, 18 °C im Schlafzimmer, mit Flexibilität von 19–21 °C | Konkretes Ziel ohne Schuldgefühl wegen starrer 19 °C |
| G’scheite Steuerung | Kleine Absenkungen in der Nacht und bei Abwesenheit, sonst stabil | Spart Kosten ohne täglichen Komfort oder G’sundheit zu opfern |
| Personalisierung | An Alter, Dämmung und Lebensstil anpassen statt a Slogan kopieren | Hilft, den echten Wohlfühlpunkt zu finden und Temperatur-Jo-Jo zu vermeiden |
FAQ:
- Is 20 °C wirklich teurer als 19 °C? Auf’m Papier ja: im Schnitt grob 7 % mehr Energie pro zusätzlichem Grad. In der Praxis: Wenn 20 °C verhindert, dassst dauernd rauf- und runterdrehst oder zusätzliche Elektroheizer verwendest, kann der Unterschied auf der Rechnung trotzdem recht überschaubar bleiben.
- Welche Temperatur für a Baby oder a ältere Person? Expert:innen empfehlen meist 20–21 °C im Wohnbereich, wenn a empfindliche Person im Haushalt is, und große Temperaturunterschiede zwischen Räumen zu vermeiden. Passende Kleidung und warme Böden san oft genauso wichtig wie a halbes Grad am Thermostat.
- Hilft a kühles Schlafzimmer wirklich beim Schlafen? Die meisten Schlafexpert:innen empfehlen um die 18 °C. Manche schlafen guat bei 17 °C, andere brauchen eher 19 °C. Wennst verspannt aufwachst oder Halsweh hast, is es für dich wahrscheinlich zu kalt – oder der Raum zu feucht.
- Soll i die Heizung komplett abdrehn, wenn i rausgeh? In ana guat gedämmten Wohnung und bei kurzer Abwesenheit reicht meist a Absenkung um 1,5–2 °C. Komplett abdrehn kann zu starkem Wiederaufheizen führen und beim Heimkommen unangenehm sein – damit is die Ersparnis oft wieder dahin.
- Woher weiß i, ob meine Wohnung „guat gedämmt“ is für solche Regeln? Wenn’s sehr schnell auskühlt, sobald die Heizung stoppt, oder wennst starke Zugluft bei Fenstern und Wänden spürst, is die Dämmung wahrscheinlich schwach. Dann bringt oft a leicht höherer Sollwert (ca. 20,5–21 °C) in Kombi mit gezielten Dämmmaßnahmen das beste Verhältnis aus Komfort und Kosten.
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