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Neun zeitlose Gewohnheiten, die Menschen in ihren 60ern und 70ern glücklicher machen als junge Technikfans.

Älteres Paar trinkt Tee in einer gemütlichen Küche, dabei lächeln sie und schreiben Notizen in ein Heft am Tisch.

Es is 7:15 in der Früh in ana ruhigen Siedlung, und a Frau Anfang 70 geht an ana Reihe geparkter Autos vorbei. Keine Ohrstöpsel, ka Smartwatch, ka Handy in da Hand. Nur a wiederverwendbare Einkaufstasch und des rhythmische Tacken von ihrem Gehstock am Gehsteig.

A Teenager auf am E-Scooter zischt an ihr vorbei, Kopf nach unten, da Daumen wischt über an Screen. Er merkt ned, wie da Himmel langsam rosa wird. Sie schon. Sie bleibt steh’n, schaut auf, nimmt an Atemzug, der a Spur länger dauert als nötig. Ma sieht, wie si a Mini-Lächeln an ihr G’sicht schleicht.

Da Scooter is weg.
Sie is no immer do. Präs’nt.

Und ma spürt, ganz ohne Studie: Sie gewinnt bei etwas, wos ma leise vergessen haben.

Neun Gewohnheiten, die schön altern in ana Welt, die z’schnell scrollt

Menschen in ihre 60er und 70er haben Wählscheibentelefone erlebt, Kassetten, Modems mit Einwahlton – und jetzt TikTok. Sie haben „des Neue“ so oft kommen seh’n, dass „neu“ sie nimmer wirklich beeindruckt. Was sie eher beeindruckt, san die Dinge, die bleiben.

Verbring an Nachmittag mit a paar älteren Freund*innen im Café, und du merkst es glei. Wie’s ihre Handys mitm Display nach unten hinlegen. Wie sich a Gespräch ziehen darf, statt in Benachrichtigungen zerhackt zu werden. Wie Stille zwischen G’schichten ned peinlich is, sondern einfach … geteilt.

Die technikgetriebene Jugend gewinnt oft bei der G’schwindigkeit. Diese Menschen gewinnen still bei der Tiefe.

Nimm den Marcel, 68, der jeden Morgen um 8:30 in dieselbe Bäckerei geht. Er bestellt an Kaffee, a Kipferl, setzt si an denselben Tisch beim Fenster. Die Bedienung fragt nimmer, wos er will; sie fragt, wie’s seiner Enkelin geht. Aus ana Fünf-Minuten-Transaktion is a Zehn-Jahres-Beziehung worden.

Ein paar Straßen weiter bestellt sein 23-jähriger Enkel sei Frühstück über drei verschiedene Apps, vergleicht Rabattcodes, verfolgt die Lieferung in Echtzeit. Effizient, eh. Aber wenn’s Essen kommt, fragt kana, wie’s ihm geht. Da Sackl taucht einfach an da Tür auf, abgstellt von wem, der schon zum nächsten Adresse hetzt.

Langsame Gewohnheit, schnelle Gewohnheit. Gleiche Kalorien. Andere Nahrung.

Psycholog*innen nennen des bei Marcel „soziales Kapital“ – diese kleinen, wiederholten Begegnungen, die uns zurück in a menschengroße Welt stricken. Die Forschung sagt seit Jahren, Einsamkeit is g’fährlicher als Rauchen, und Berührung und Gespräch wirken wie Vitamine fürs Hirn. Die älteren Generationen haben die Studien ned gelesen. Sie haben einfach nie aufg’hört, mit Leuten z’reden.

Diese neun Gewohnheiten san ned glamourös. Die tauchen in ka Produktivitäts-Podcast auf. Und trotzdem schützen’s still die Stimmung, den Schlaf, die Erinnerung – und diese sture Art von Freude, die ned von da WLAN-Stärke abhängt.

Und seien ma ehrlich: Ka Mensch macht des jeden einzelnen Tag. Aber wer zu diesen Gewohnheiten oft genug zurückkehrt, geht meist leichter durch die 60er und 70er als so manche ausgebrannte Zwanzigjährige, am Screen pickend und trotzdem mit dem Gefühl, hintennach zu sein.

Die stillen Rituale, die sie erden (und irgendwie glücklicher machen)

Die erste Gewohnheit, die immer wieder auftaucht, is simpel: regelmäßige, fast heilige Alltagsrituale. Da Morgenkaffee aus derselben Häferl. A kurzer Spaziergang nach’m Mittagessen. Jeden Sonntagabend die Schwester anrufen, selbst wenn „eh nix Neues“ is.

Des san ka Produktivitäts-Hacks. Des san Anker. Wennst mit Leuten in ihre 60er und 70er red’st, beschreiben’s ihre Tage über Rituale, ned über Aufgaben. „I geh um neun mit da Claire spazieren“, ned „I bin so beschäftigt“. Dieser kleine Shift verhindert, dass Zeit wie a Wisch aus dringenden Pings verschwimmt.

Die Tech-Jugend jagt oft Abwechslung und Neuheit. Die Älteren jagen Rhythmus. Des eine bringt Adrenalin, des andere bringt’s Nervensystem wieder runter auf den Boden.

Dann gibt’s die Gewohnheit vom Single-Tasking. Sie lesen a Buch, ohne alle drei Seiten a Benachrichtigung zu checken. Sie kochen a Essen, ohne’s zu filmen. Sie hören Nachrichten, ohne gleichzeitig durch Social-Media-Kommentare zu denselben Nachrichten zu scrollen.

Ma kennt des: Du schaust a Serie, checkst dabei’s Handy und hörst nebenbei halb a Podcast. Am End bist fertig, aber ned zufrieden. Ältere Leute sagen oft: „Wenn i wos mach, dann bin i dort.“ Des is ka Spruch. Des is a Fähigkeit.

Und wie jede Fähigkeit wird’s trainiert durch tausend kleine Entscheidungen: Handy im Vorzimmer lassen, beim Essen den Fernseher aus, stricken mit’m Radio – und sonst nix, was um Aufmerksamkeit buhlt.

A andere Gewohnheit, die ihr Glück still schützt: Sie respektieren die Grenzen vom Körper, ohne ihn zu hassen. A 70-Jähriger, der jeden Tag geht, weiß genau, welcher Hügel sein Knie zwickt und welche Runde sich „gut müde“ anfühlt. Er mag seine Nachmittagsrast – ned als Schwäche, sondern als Teil vom Deal, der ihn morgen weitermachen lässt.

Jüngere pushen oft durch Erschöpfung mit Koffein und Blaulicht und geben sich dann selber die Schuld, wenn’s g’richtet san. Ältere akzeptieren eher den Tausch: früher ins Bett, ruhigere Abende, weniger „Tabs“ im Kopf. Diese Demut vorm Körper is ka Resignation. Des is Strategie.

Langlebigkeit is ned nur lang leben; es is a Tempo leben, des dein Nervensystem wirklich aushält.

Wie du dir ihre Gewohnheiten ausborgst, ohne ins Pensionistenheim z’ziehen

Wennst an konkreten Weg willst, wie du ihr „Geheimrezept“ stiehlst: Start mit an analogen Fleckerl im Tag. Eine techfreie Zone. Die kann lächerlich klein sein: die ersten zehn Minuten nach’m Aufwachen oder die letzten zehn vorm Einschlafen.

Mach, was sie machen: wiederhol immer dasselbe Beruhigende. In da Stille an Tee machen. Im Wohnzimmer dehnen, während die Stadt aufwacht. A Pflanze gießen und die Blätter wirklich anschauen. Was des so stark macht, is ned die Aktivität. Es is die Vorhersehbarkeit. Dein Hirn erkennt: „Aha, des is da sichere, langsame Teil.“

Wenn sich das natürlich anfühlt, bau’s aus. Mach das Wochenendfrühstück zu am No-Handy-Ritual. Geh einmal in der Woche spazieren, ohne irgendwos in die Ohren. Am Anfang is es unangenehm, wie wennst aus am lauten Raum in an zu stillen Gang steigst. Und dann fallen dir die Schultern runter.

A sanfte Warnung: Die größte Falle is, diese Gewohnheiten zur nächsten Selbstoptimierungs-Challenge zu machen. In dem Moment, wo dein analoger Spaziergang etwas wird, das du trackst, misst, postest und vergleichst, hört’s auf, a Zuflucht zu sein, und wird wieder a Performance.

Ältere Leute nennen ihre Routinen selten „Self-Care“. Sie sagen nur: „I hab’s immer so g’macht.“ Da steckt a Weichheit drin. Sie lassen Tage aus, ohne Drama. Sie kommen zurück, ohne Schuldgefühl.

Wennst dein Ritual verpasst, host ned versagt. Du bist heut nur an anderen Weg gangen. Geh morgen wieder hin – wie wer, der ins Lieblingscafé zurückkommt, ned wie a Schüler, der a Prüfung neu schreiben muss.

„Jeden Abend schäl i a Orange und schau auf die Straße“, hat ma a 72‑Jähriger g’sagt. „Gleiche Orange, gleiche Straße, andere Gedanken. Des reicht ma.“

  • Halt an täglichen Ritual zu da gleichen Zeit und am gleichen Ort
  • Mach immer nur a Sache – und wenn’s nur fünf Minuten san
  • Plan menschliche Gespräche wie Termine ein
  • Beweg dein’ Körper jeden Tag: gehen, dehnen, tragen, steigen
  • Schaff dir a techfreie Zone: a Raum, a Tisch oder a Zeitfenster

A andere Art von Fortschritt, über den ma selten postet

Wennst dir Menschen anschaust, die gut altern, fällt dir was auf, des unserer app-fixierten Kultur a bissl ungemütlich is: Ihr Glück wächst aus Wiederholung, ned aus ständigem Upgraden. Ihre neun zeitlosen Gewohnheiten san von außen oft winzig und unspektakulär. A wöchentliches Kartenspiel. A Balkongartl. Der Nachbar, mit dem’s seit zwanzig Jahr’ ratschen. Die handg’schriebene Einkaufsliste. Da Spaziergang ohne Kopfhörer.

Des trendet ned. Des „skaliert“ ned. Aber es macht was, was Technik allein ned kann: Es reguliert Gefühle, stabilisiert Identität und hält Einsamkeit in Schach. Die ältere Frau, die jede Kassiererin im Supermarkt kennt, braucht ka Wellness-App, die sie ans Verbundensein erinnert. Sie lebt des – jeden Dienstag um zehn.

Ma muss das Alter ned romantisieren. Viele in ihre 60er und 70er kämpfen mit Geld, Gesundheit, Verlust. Aber obendrauf siehst oft a stille Kompetenz im Umgang mit der Wirklichkeit. Sie haben Träume begraben und neue angefangen, Menschen verloren und weitergelebt, Zeiten erlebt, wo kana zehn Fotos vom Mittagessen g’habt hat.

Was sie zeigen, ohne’s lehren zu wollen: A guats Leben geht weniger drum, das neueste Werkzeug zu haben, und mehr drum, einfache Dinge verlässlich zu tun. A Sessel in der Sonne. A Lieblingslied auf Repeat. A Geschichte, die no am erzählt wird – wem, der’s no ned kennt.

Du musst ned auf Technik verzichten oder so tun, als würdest Kreuzworträtsel lieben, um an das ranzukommen. Du musst nur a paar Gewohnheiten auswählen, die du lang genug behältst, dass sie zur Hintergrundmusik deiner Tage werden. Die Frage is ned: „Bin i so glücklich wie die?“

Sondern: „Was is a kleine, fast langweilige Sache, die i diese Woche wiederholen kann, für die mir mei 70‑jähriges Ich still dankbar sein wird?“

Kernaussage Detail Wert für die Leser*innen
Langsame tägliche Rituale Einfache, wiederholte Handlungen wie Morgenkaffee oder Abendspaziergänge Senken Stress und geben Stabilität in ana lauten Welt
Single-Tasking und Präsenz Eine Sache nach der anderen, ohne dauernd Benachrichtigungen Verbessert Fokus, Zufriedenheit und emotionale Ruhe
Respekt vor körperlichen und sozialen Grenzen Auf den Körper hören, regelmäßigen sozialen Kontakt pflegen Unterstützt langfristige Gesundheit und schützt vor Einsamkeit

FAQ:

  • Welche neun Gewohnheiten behalten ältere Menschen oft bei?
    Oft san’s: langsame tägliche Rituale, Single-Tasking, regelmäßige Spaziergänge, fixe Essenszeiten, Anrufe statt Texten, Gespräche von Angesicht zu Angesicht, maßvolle Bildschirmzeit, Hobbys offline und a verlässliche Schlafroutine.
  • Können Jüngere wirklich von diesen „old-school“ Gewohnheiten profitieren?
    Ja. Studien zu Schlaf, Aufmerksamkeit und psychischer Gesundheit zeigen in die gleiche Richtung: Routinen, Bewegung, sozialer Kontakt und weniger Multitasking verbessern Stimmung und Widerstandskraft – in jedem Alter.
  • Muss i meine Tech-Nutzung drastisch reduzieren?
    Ned unbedingt. Es geht ned drum, Technologie abzulehnen, sondern bestimmte Fleckerl im Tag als tech-light oder tech-free abzugrenzen, damit sich dein Nervensystem resetten kann.
  • Welche eine Gewohnheit kann i anfangen, wenn i mi überfordert fühl?
    Such dir eine aus: an täglichen Zehn-Minuten-Spaziergang ohne Handy – oder a Mahlzeit am Tag ohne Screens. Halt’s so klein, dass es fast zu leicht wirkt.
  • Wie lang dauert’s, bis sich diese Gewohnheiten wirklich gut anfühlen?
    Für viele fühlen sich die ersten paar Tage komisch oder fad an. Nach ein bis drei Wochen wird’s tröstlich, und nach am Monat oder zwoa fehlt’s dir, wennst’s auslässt.

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