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Warum du dich nach dem Helfen besser fühlst und wie du dieses Gefühl für mehr Selbstvertrauen nutzen kannst.

Ältere Frau mit Pflanzen im Gespräch mit Mann, der Kaffee in einem lichtdurchfluteten Raum überreicht.

Du borgst a Kollegin oder am Kollegen um 16:17 Uhr dein Ladegerät und hörst nur halb zu, während sie oder er über Deadlines dahinredt. Um 16:32 Uhr kriegst a Slack: „Du host ma echt den Tog grettet, danke!!“. Du grinst, die Schultern sacken runter, und für den Rest vom Nochmittag gehst a bissl aufrechter. Gleicher Schreibtisch, gleicher Körper, gleiche chaotische To-do-Liste. Aber drinnen is die Lautstärke vom Selbstzweifel a Stück runterdreht.

Du host kan Preis gwonnen. Du host kan Marathon gschafft. Du host einfach … gholfen.

Warum gibt da so a klane Handlung des ruhige, fast geheime Gfühl von „Eh passt scho, i bin eh okay“? Und no spannender: Was, wennst des als Werkzeug absichtlich nutzen könntest, statt drauf zu warten, dass es dir zufällig passiert?

Der komische Confidence-Boost, der sich in alltäglicher Freundlichkeit versteckt

Es gibt so an ganz bestimmten Moment glei nachdemst wem geholfen host, wo die Luft irgendwie anders is. Des Problem is no do – dein Posteingang, der Geldstress, der Streit von gestern – und trotzdem stehst beim Waschbecken oder im Lift a bissl gerader. Dein Hirn hat di im Stillen von „Belastung“ auf „Ressource“ umgeschoben.

Der Shift is winzig. Aber dein Nervensystem liest des wie a knallgrünes Signal.

Helfen liefert dir in Echtzeit an Beweis, dassd ned nur Platz verbrauchst. Dassd was bewirken kannst. Dassd die Mikro-Realität von wem anderen verändern kannst. Und unser Kopf is so verdrahtet, dass er aus dem Impact a sehr einfache, überraschend stabile Botschaft macht: „Du zählst.“

Denk an des letzte Mal, wo wer am Bahnhof komplett lost war und du hast auf den richtigen Bahnsteig gzeigt. Die Person schaut di an, legt vielleicht a Hand auf die Brust, bedankt sich so erleichtert, wie Menschen des machen, wenn’s echt gestresst waren. Du gehst weg … anders.

Oder an den Samstag, wo du mit ana Freundin oder am Freund telefoniert host, die oder der grad a Trennung durchmacht. Du host nix Magisches g‘sagt. Du warst einfach do. Nachm Auflegen haben sich deine eigenen Probleme weniger pickig, weniger riesig angfühlt. Vielleicht host sogar aufgräumt oder endlich des E-Mail beantwortet. Der sanfte Energieschub is ned zufällig; der taucht in Studie um Studie auf.

Forschung zum „helper’s high“ zeigt: Menschen, die klane, wiederholte Akte von Freundlichkeit machen, berichten ned nur mehr Glück, sondern mehr Handlungsfähigkeit. Die Gschicht, die’s si über si selber erzählen, wird leise a Version besser.

Unter der Oberfläche läuft in deinem Hirn a brutales Scoreboard: Bin i nützlich oder ned? Wennst wem hilfst, sogar nur minimal, gibst deinem Hirn harte Evidenz, dassd auf der nützlichen Seite bist. Darum steigt Selbstvertrauen ned nur, wennst deine eigenen Ziele erreichst, sondern a, wennst wen anderen unterstützt.

Selbstwert wächst ned nur daraus, dass ma bewundert wird. Er wächst daraus, dass ma gebraucht wird.

Psycholog:innen reden von „Selbstwirksamkeit“ – der Glaube, dassd Ereignisse beeinflussen kannst. Helfen is Selbstwirksamkeit in Aktion. Du siehst an Bedarf, du tust was, es wird besser. Dein Nervensystem speichert diese Schleife. Wennst des oft genug wiederholst, verändert si die innere Stimme von „I pack des ned“ zu „I pack zumindest a paar Sachen“. Und des kleine Umschreiben ändert, wie du in Räume reingehst, wie du Risiken eingehst und sogar, wie du mit dir redst, wenn was schiefgeht.

Freundlichkeit in a wiederholbare Confidence-Gewohnheit verwandeln

Wennst Helfen wie an Zufall behandelst, steigt und fällt dein Selbstvertrauen mit den Krisen von anderen. Des is a brüchige Art zu leben. Stattdessen kannst es in a sanfte, fast unsichtbare Routine verwandeln, die di im Hintergrund füttert.

A einfache Methode: jeden Tag a bewusste Mikro-Hilfe.

Ka große Geste, ka „I fix dein Leben“. Nur a konkrete, niedrigschwellige, klar erkennbare Aktion. Schick ana jüngeren Kollegin oder am junior Kollegen a zwoazeilige Nachricht und sag, was sie oder er gut gmocht hat. Halt die Tür auf und schau die Person wirklich an, währendd sagst: „Kummts eina.“ Teil a Vorlage, an Podcast oder an Kontakt. Die Handlung is klein; die Absicht ned. Der Punkt is: regelmäßig in die Rolle gehen von „Person, die helfen kann“. Diese Rolle, wiederholt, wird Teil von deiner Identität.

Die Falle is, daraus a Performance zu machen: zu viel geben, people-pleasing, helfen bis zur Erschöpfung. Des baut ka Confidence. Des baut Groll und stillen Burnout.

In ana harten Woche kann dein „einmal täglich helfen“ winzig sein: an nützlichen Link weiterleiten, das Playlist vom Barista loben, a Dokument in einfacher Sprache erklären. Zählt trotzdem. Wichtig is, dassd es bemerkst. Lass dein Hirn registrieren: „I hab wem was leichter gmocht.“

Seien wir ehrlich: Ka Mensch macht des wirklich jeden Tog.

Manche Tage vergisst’ es. Manche Tage bist du die Person, die selber Hilfe braucht. Es gibt ka moralische Stricherlliste. Du baust a Muster auf, ned Perfektion. Und genau diese Sanftheit mit dir selber verhindert, dass des zu ana geheimen Art wird, di selbst fertigzumachen.

„Du brauchst ka größere Persönlichkeit, um di selbstsicherer zu fühlen. Du brauchst mehr Momente, wo deine Handlungen dir beweisen, dassd was zu geben host.“

Der leichteste Weg, dranzubleiben, is: die Latte runtersetzen und die Optionen extrem konkret machen.

  • Schick eine ermutigende Nachricht an wen, der sichtbar grad wirklich bemüht is
  • Teil an Shortcut, a Vorlage oder an Tipp, den du gern früher gehabt hättest
  • Biet 10 Minuten echtes Zuhören an – ohne aufs Handy zu greifen
  • Erklär eine Sache klar, wenn wer verwirrt is
  • Bedank di ganz konkret für a klane Sache, die wer immer wieder macht

Nix davon macht di zum Heiligen. Es macht was Leiseres und Haltbareres: Es gibt deinem Nervensystem jeden Tag a Erinnerung, dassd Wert bringst – einfach, weil du du bist und mit offenen Augen durch den Tag gehst.

Das „helper’s high“ an den Tagen nutzen, wo du di wie a Hochstapler fühlst

Es gibt Tage, da wachst auf und bist schon kleiner. Du scrollst, vergleichst, schrumpfst. Deine Arbeit fühlt sich durchschnittlich an. Dein Körper fühlt sich falsch an. „Confidence“ klingt wie a Selbsthilfe-Poster am HR-Gang, wo’d vorbeigehst und’s nie liest. An so Tagen klingt es hohl, sich mit Affirmationen aufzupuschen.

Was besser wirkt, is Handlung, die sofortige Evidenz schafft.

Such da heute die kleinste Sphäre aus, die du berühren kannst. Ned dein Fünf-Jahres-Plan. Die nächste Stunde. Stell da a simple Frage: „Wem kann i vor Mittag den Tag um 2% leichter machen?“ Vielleicht deinem Chef, der Formatieren hasst. Deinem Mitbewohner, der immer den Mist rausbringt. Der unsichtbaren Person, die dein Support-Ticket beantwortet. Dann mach a Sache, schnell, und erlaub dir, die Reaktion zu bemerken. A „Danke“. A Lächeln. Oder sogar Stille – mit dem ruhigen Wissen, dass a Aufgabe jetzt für wen klarer is.

Auf ana tieferen Ebene dreht des a Drehbuch über deinen Wert um.

Statt Confidence zu jagen, indemst persönliche Erfolge stapelst, baust sie über Beitrag auf. Des is stabiler, weil’s immer wen geben wird, der a bissl weiter vorn is – bei Erfolgen, Aussehen, Geld. Dieses Vergleichslaufband hört nie auf. Aber du kannst fast immer, auf fast jedem Level, was anbieten: Zeit, Klarheit, Aufmerksamkeit, Information, Freundlichkeit.

An ana einsamen Dienstag kann des reichen, um die Spirale zu stoppen.

Ganz praktisch heißt „des absichtlich nutzen“: klane Rituale bauen. Jeden Montag in der Früh, bevor du deine Haupt-Arbeits-App aufmachst, schick ein „Help“-E-Mail. Jedes Mal, wennst in an Call gehst, leg vorher fest, welche eine Frage du stellst, die wem anderen hilft, den eigenen Punkt klarer zu machen. Jede Woche such da a Person aus, die jünger oder weniger erfahren is, und schick ihr oder ihm was, was dir in dem Stadium geholfen hätt.

Diese Rituale ändern langsam, wie du di siehst: ned nur als Arbeiter:in oder Freund:in, die grad so mithält, sondern als ruhige Kraft, die Räume ruhiger und Aufgaben leichter macht.

Und es gibt a Nebenwirkung: Leute vertrauen dir mehr. Sie kommen zu dir ned nur, wenn’s was brauchen, sondern weil deine Anwesenheit sie a bissl sicherer fühlen lässt. Dieses soziale Feedback wird a weiterer Ziegel in der Mauer von deinem Selbstvertrauen. Du fangst an zu glauben, was ihr Verhalten dir sagt: Du bist ka Hochstapler, du bist a Ressource.

Wir kennen alle den Moment, wo ma nach an Kaffee mit wem rausgeht und si denkt: „I bin kaputt reingegangen, aber irgendwie bin i raus und hab uns beide getragen.“ Des Geheimnis is ned mystisch. Des is des helper’s high, das leise, chemische Arbeit macht. Dein Hirn belohnt di dafür, dassd Teil vom Netz bist, das andere Menschen aufrecht hält.

Der interessante Twist: Du kannst entscheiden, wann du di in dieses Netz einklinkst – statt drauf zu warten, dass’s zufällig einmal im Monat passiert. Du brauchst ka Bühne und kan Titel. Deine Power zum Helfen sitzt eh schon in deiner WhatsApp-Liste, in deinen E-Mail-Entwürfen, im Stiegenhaus von deinem Haus.

Wennst di das nächste Mal dabei erwischst, wie du in Selbstkritik versinkst, probier des: Streit ned mit den Gedanken. Ertränk sie ned in positiven Sprüchen. Drück einfach Pause und frag: „Wo kann i in den nächsten 30 Minuten im kleinstmöglichen Sinn nützlich sein?“ Dann mach die eine Sache – und schau ehrlich, was sich in deiner Brust verschiebt.

Es löst ned alles. Aber vielleicht reicht’s, damit du für den Rest vom Tag anders in dein eigenes Leben zurückgehst.

Punkt Detail Nutzen für dich
Des „helper’s high“ Kleiner Peak an Wohlbefinden und Kontrollgfühl nachm Helfen Verstehen, warum ma si sofort legitimer fühlt
Tägliche Mikro-Hilfe Eine konkrete Unterstützungsaktion pro Tag, ohne si aufzuopfern Freundlichkeit in a Gewohnheit verwandeln, die Confidence stärkt
Zielgerichtete Rituale an schlechten Tagen Helfen als Anti-Impostor-Tool nutzen A einfacher Griff, wenn Motivation oder Selbstwert absackt

FAQ

  • Steigert Helfen wirklich das Selbstvertrauen, oder is des nur a nette Idee? Studien zu Freiwilligenarbeit und alltäglicher Freundlichkeit zeigen ziemlich konsistent Zuwächse bei Selbstwert, Stimmung und Kontrollgfühl. Es is ka Magie, aber es is echt und messbar.
  • Was, wenn i eh schon fix und fertig bin und nix zum Geben hab? Dann kann dein „Helfen“ mikroskopisch sein: klar antworten, Danke sagen, an nützlichen Link weiterleiten. Wenn sogar des z’viel is, dann is Priorität: Hilfe annehmen, ned geben.
  • Macht mi Helfen zu am People-Pleaser? Es kann, wennst hilfst, um Konflikt zu vermeiden oder Liebe zu „verdienen“. Der Shift is: aus Wahl helfen, in kleinen Dosen, und Nein sagen, wenn a Bitte über deine Grenzen geht.
  • Wie schnell fühl i mi selbstsicherer, wenn i damit anfange? Bei vielen gibt’s a feine Aufhellung direkt nach der ersten bewussten Handlung. Das tiefere, stabilere Selbstvertrauen kommt nach Wochen vom Wiederholen.
  • Funktioniert Online-Helfen (Kommentare, DMs, Foren) genauso wie in echt? Kann sein – solange du auf der anderen Seite a echten Menschen spürst und a Zeichen siehst, dass es angekommen is, selbst nur a kurzes „Danke, des hat geholfen“. Diese Feedback-Schleife is die Evidenz, die dein Hirn braucht.

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