Ein gelblicher Schein rinnt unter Schlafzimmertüren durch, winzige LED-Pünktln blinzeln von Ladegeräten und Bildschirmen, im Gang brennt das Licht noch – „nur für den Fall“. Draußen hat die Stadt ihren Verdunkelungsvorhang zugezogen. Drinnen bleiben die Wände sanft erhellt, wie ein Hotelgang, der nie ganz zusperrt.
Du liegst am Rücken, ned ganz wach, ned ganz schlafend. Die Decke wirkt sicherer, wenn Licht drauf fällt. Schatten sind klar, ned schwammig. Jede Ecke fühlt sich benannt an.
Du sagst, es is, weil du vielleicht aufs Klo musst, oder weil du noch lesen könntest. Die Wahrheit is weniger praktisch und mehr privat.
Da gibt’s an Teil in dir, der will einfach ned, dass die Nacht komplett Nacht is.
Und der Teil versucht dir was zu sagen.
Was deine „Licht an“-Gewohnheit über versteckte Sicherheitsalarme verrät
Die meisten glauben, das Licht anlassen is einfach a schrullige Schlafgewohnheit. A Vorliebe. Wie mit Socken schlafen oder drei Polster brauchen.
Aber wennst mit Leuten redst, die in der Finsternis ned schlafen können, taucht a andere G’schicht auf. Wörter wie „sicher“, „angespannt“, „wachsam“ und „allein“ kommen schnell. Das Licht is ned nur Licht. Es is a kleiner, leuchtender Bodyguard.
Unser Nervensystem red’t ned in Sätzen. Es red’t in Ritualen. Dein Ritual, mit Licht einzuschlafen, sagt oft: I trau dem ned ganz, was passieren könnt, wenn i loslass.
Schau, wie häufig das is. A Schlaf-Umfrage aus 2022 von ana US-Klinik hat g’funden, dass fast 40 % der Erwachsenen zumindest a paar Nächte pro Woche mit irgendeinem Licht schlafen. Ned nur Kinder, ned nur Leute, die „Angst vor der Dunkelheit“ ham. Manager, Eltern, Studierende – Menschen, die bei Tag völlig stabil wirken.
Eine Frau, die i interviewt hab, 35, arbeitet im Finanzbereich und wohnt in ana schicken Wohnung mit Codeschlössern und Kameras. Ihr Gang bleibt die ganze Nacht beleuchtet. Sie lacht’s weg als „Faulheit“, und sagt dann leise dazu, dass sie in am Haus aufgwachsen is, wo nach Mitternacht oft G’schrei losgangen is.
Sie hat nie gwusst, wann Türen knallen. Heut sind ihre Türen ruhig. Ihre Lichter bleiben an. Sicherheit is für sie was, das ma sehen kann.
Es gibt an Grund, warum Dunkelheit alte Alarmanlagen aufweckt. Als Kinder ham ma schnell g’lernt: Schlimme Sachen passieren oft, wenn Erwachsene müde werden, wenn’s im Haus still wird, wenn kana hinschaut. Dunkelheit is mit Unberechenbarkeit verknüpft worden.
Auf Hirn-Ebene verstärkt völlige Dunkelheit das Gefühl, dass du Bedrohungen ned „abscannen“ kannst. Die Amygdala, der Teil, der auf Gefahr reagiert, wird a bisserl schreckhafter. Licht anlassen is, als würdest deinem Hirn sagen: „Passt, du kannst den Raum eh noch checken.“
Wennst dich also wehrst, das Licht abzudrehen, bist ned „dramatisch“. Du verhandelst mit deinem Unterbewusstsein, das beschlossen hat: Schlaf = Verwundbarkeit, und Verwundbarkeit braucht an Wachturm.
Wie du mit deinem Sicherheitsbedürfnis arbeiten kannst, ohne deinen Schlaf zu ruinieren
Wenn Licht sich wie nicht verhandelbar anfühlt, fang damit an, es zu verkleinern statt es umzubringen. Tausch die große Deckenlampe gegen a warmes, schwaches Nachtlicht, das hinter am Möbelstück steht. Lass den Raum glimmen statt strahlen.
Probier a kleines Steckdosenlicht im Gang, ned direkt im Schlafzimmer. Dein Hirn spürt weiterhin: „I seh, wie i rauskomm“, aber dein Melatonin hat a Chance. Blau-lastiges Licht is hart; amberfarbenes oder rötlich getöntes Licht is viel schlaffreundlicher.
Koppel das Licht an an einfachen Satz vorm Einschlafen: „Die Tür is versperrt. I bin sicher genug, um zu rasten.“ Klingt banal. Genau darum geht’s. Du bringst deinem Körper a neue Verknüpfung bei: Sicherheit + Dämmerung, ned Sicherheit + Tageslicht.
Da is noch a Schicht: was dein Zimmer still über Sicherheit sagt. Türen, die ned g’scheit z’gehen. Fenster ohne Vorhänge. A Handy, das dir um 2 in der Früh ins G’sicht leuchtet. All das hält’s Nervensystem halb wach.
Denk in kleinen Schritten, ned in an Komplett-Umbau. Ein g’scheiter Vorhang. A Nachttischlamperl, dasd abdrehen kannst, ohne aufzustehen. Vielleicht a schwere Decke, die deinem Körper a leises Gewichtssignal gibt: „Du wirst g’halten.“
Seien ma ehrlich: Ka Mensch baut seine Schlafroutine in ana Woche um. Gewohnheiten, die ans Überleben andockt sind, verschwinden ned, nur weilst an g’scheiten Tipp gelesen hast. Sie werden lockerer, wenn’s immer wieder Beweise kriegen, dass die Gegenwart ned die Vergangenheit is.
Psycholog:innen, die mit Trauma und Angst arbeiten, sehen das Muster dauernd.
„Wenn Leute sagen, sie ‘können ohne Licht ned schlafen’, meinen sie oft: ‘I glaub noch ned, dass dieser Raum, dieses Leben, ruhig bleibt, wenn i völlig loslass’,“ erklärt a klinische Psychologin, die sich auf Schlaf und Sicherheit spezialisiert.
Das macht dich ned schwach. Das macht dich anpassungsfähig. Dein Körper versucht, dich mit den Werkzeugen zu schützen, die er kennt.
Du kannst ihm neue beibringen, indemst kleine Veränderungen in der Umgebung mit sanften mentalen Check-ins kombinierst. Ned erzwungene Positivität, sondern einfache Realitätschecks: Wo bin i? Wer hat Schlüssel? Was is anders als in dem Haus, in dem i aufgwachsen bin?
- Nimm gedimmtes, warmes Licht statt grellem Weiß
- Wenn möglich: Licht außerhalb vom Schlafzimmer platzieren
- Jede Woche ein „Sicherheits-Signal“ dazu (Schloss, Vorhang, Routine)
- Achte drauf, welche Erinnerungen oder Bilder auftauchen, wennst völlige Dunkelheit probierst
- Hol dir Hilfe, wenn die Angst größer wirkt als der Raum
Die Dunkelheit wieder reinlassen – zu deinen Bedingungen
Das Ziel is ned heldenhaftes, stockfinsteres Schlafen ab morgen. Die echte Veränderung is: von „Dunkel heißt Gefahr“ zu „Dunkel heißt Ruh, und i entscheid das.“ So a Umverdrahtung is leise. Unspektakulär. Sie passiert an fad’n Dienstagabend, ned in dramatischen Durchbrüchen.
Du könntest mit an Timer experimentieren, der das Licht nach 30 Minuten dimmt, damit du mit Licht einschläfst und mit mehr Dunkelheit aufwachst, als du vorher zugelassen hast. Oder du machst eine Nacht pro Woche zu deiner „mutigeren Nacht“, wo du das Licht nur um eine Stufe reduzierst.
Auf einer tieferen Ebene führst du a Gespräch mit deinem jüngeren Ich, dem, das vielleicht wach gelegen is und auf Schritte g’lauscht hat. Du flüsterst im Grunde: Die Person, die dich jetzt schützen kann … bist du.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für dich |
|---|---|---|
| Licht als Sicherheitssignal | Licht anlaufen lassen spiegelt oft a Nervensystem wider, das Dunkelheit mit Unberechenbarkeit oder früherer Bedrohung gleichsetzt. | Hilft dir, aufzuhören, dich selbst fertigzumachen, und die Gewohnheit als Schutz zu sehen – ned als „blöd“. |
| Kleine Veränderungen in der Umgebung | Auf gedimmtes, warmes Licht umsteigen und es aus dem Schlafzimmer verlagern senkt die Alarmbereitschaft, ohne Sicherheitsreize komplett zu streichen. | Realistische Änderungen, die deine Ängste respektieren und trotzdem den Schlaf verbessern. |
| Verknüpfungen neu lernen | Mildere Dunkelheit mit wiederholten sicheren Erfahrungen zu koppeln, bringt dem Hirn langsam bei, dass „dunkel“ auch „Ruhe“ heißen kann. | Ein Weg zu nachhaltiger Veränderung statt Quick-Fix-Tricks, die ned halten. |
FAQ
- Is Schlafen mit Licht wirklich so schlecht für meine Gesundheit? Helles Licht – besonders weißes oder blau-lastiges – kann Melatonin stören und den Schlaf zerstückeln. A sehr schwaches, warmes Nachtlicht is weniger problematisch, aber auf Dauer unterstützt völlige Dunkelheit meist tieferen, erholsameren Schlaf.
- Heißt Schlafen mit Licht, dass i Angst oder Trauma hab? Ned automatisch. Es kann mit Angst, früheren Erfahrungen oder einfach mit Gewohnheit z’sammhängen. Wenn der Gedanke an Dunkelheit starke Furcht, Spannung oder Erinnerungen auslöst, kann’s sinnvoll sein, das mit aner Therapeut:in anzuschauen.
- Wie kann i meinem Kind helfen, das ohne Licht ned schlafen will? Nimm a weiches Nachtlicht, halt die Einschlafzeit ruhig, und red drüber, was es fürchtet, ohne’s abzutun. Das Licht über Wochen schrittweise zu dimmen wirkt oft besser, als es plötzlich ganz abzudrehen.
- Welche Art von Licht is am besten, wenn i ned in völliger Dunkelheit schlafen kann? A schwaches, warmtoniges oder rötlich getöntes Licht, so platziert, dass es dir ned direkt in die Augen scheint. Vermeide Deckenlampen und kaltweiße LEDs – die machen’s Hirn stärker wach.
- Woran merk i, ob i wegen meiner Angst vor der Dunkelheit professionelle Hilfe brauch? Wenn die Angst dich am Schlafen hindert, am Alleinleben, am Reisen, oder wennst Panik spürst statt nur leichtes Unwohlsein, kann a Gespräch mit aner Fachperson spürbare Erleichterung bringen – und mehr als nur eine praktische Strategie.
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